Folgende Interpellation haben wir am 10.8.2009 eingereicht:
Interpellation der SVP
Fraktion
Thema: Jugendgewalt
Fast täglich neue Gewaltattacken von Jugendlichen
gegen unbescholtene Bürger! Schlagzeilen von jungen „Prügler“ fast täglich in
der Presse! Das neuste Beispiel ist München, nur kurz nach der Meldung aus
Kreuzlingen! Weitere werden mit Sicherheit folgen. Viele Bürgerinnen und Bürger
getrauen sich heute kaum noch, an einer Jugendgruppe vorbeizugehen, aus Angst
vor unvermittelten, brutalen und folgenschweren Gewaltattacken. Allgemein wird
dadurch das Gefühl der „Unsicherheit“ an öffentlichen Orten verstärkt, dies
insbesondere zu Randzeiten.
Die SVP Fraktion will daher wissen, wie der Stand
in unserer Gemeinde ist und wie hier mit dem Thema umgegangen wird.
Wir bitten daher den Gemeindepräsident um die Beantwortung
der folgenden Fragen:
1. Gibt oder gab es in
Derendingen schon Fälle von unvermittelten Übergriffen oder schweren
Schlägereien von und unter Jugendlichen?
2. Wird das Thema in den
Schulen thematisiert, auch gerade in Verbindung mit Alkohol und Drogen? Sind
sich die Schüler über die Folgen im Klaren (Strafverfolgung)? Wird dieses Thema
auch bei den Eltern angesprochen?
3. Wie ist die Gewaltprävention
bei den Jugendlichen in unserer Gemeinde?
4. Wie wird mit „auffälligen“
Jugendlichen umgegangen?
5. Wie sind die Vorkehrungen
und Regeln (z.B. Alkohol, Ausgang und Beaufsichtigung) bei Schulausflügen?
Werden grundsätzlich auch mehrtätige Ausflüge in Grossstädte im Ausland
unternommen?
6. Wie ist der
Informationsfluss bei uns von den Strafbehörden zu den Schulbehörden? Wissen
die Lehrer, wenn sie vorbestrafte Jugendliche in ihrer Klasse haben?
7. Sind die Lehrer zum Thema
Jugendgewalt geschult worden oder haben sie Unterstützung von geschultem Fachpersonal?
8. Falls es doch leider zu so
einem Ereignis analog München/Kreuzlingen kommen sollte, hat die Gemeinde dazu
einen Notfallplan? Vor allem im Umgang mit Presse, Mitschülern, Eltern und
Opfern?
Die Schulleitung der Primarschule Derendingen nimmt zu den Fragen der Interpellation wie folgt Stellung: 1. Solche Vorkommnisse sind der Schulleitung der Primarschule nicht bekannt. 2. Der soziale Umgang unter den Kindern ist ein bedeutendes Thema des Kindergartens und der Primarschule. Im Rahmen des geltenden Lehrplanes werden verschiedene Aspekte bearbeitet. In Klassengesprächen wird situativ auch auf strafrechtlich relevantes Verhalten hingewiesen. Der Schulsozialarbeiter unterstützt die Lehrkräfte in diesen Belangen durch Beratung und Begleitung einzelner Jugendlicher oder Gruppen. Gegebenenfalls wird auch die Jugendpolizei (JUPO) beigezogen. Die Schule informiert die Eltern in angemessener Form im Rahmen der geltenden Disziplinarmassnahmen über Fehlverhalten ihrer Kinder. 3. An unserer Schule wird seit Jahren in den Klassen, aber auch im Rahmen verschiedener klassenCibergreifender Projekte, am Schulklima und der Sozialkompetenz der Kinder gearbeitet. Das Projekt der Schulsozialarbeit stellt ein weiteres wichtiges und sehr effizientes Element zur Gewaltprävention dar. 4. Die Eltern werden informiert und aufgefordert ihre Erziehungspflicht wahrzunehmen. Im Bedarfsfall werden weitere Massnahmen ergriffen, wie z.B. der Sozialdienst informiert, Gefährdungsmeldungen eingereicht oder Strafanzeigen erstattet. Daneben führt der Schulsozialarbeiter gezielte Sozialtrainings mit gefährdeten Kindern durch. 5. In Lagern, auf Schulreisen oder Exkursionen ist der Konsum von Alkohol strikte untersagt. "Ausgang" wird in Lagern unserer Stufe nur in sehr begrenztem Ausmass gegeben. Exkursionen in Grossstätde im Ausland werden nicht unternommen. 6. Nein. 7. Der Schulsozialarbeiter stellt die fachliche Beratung in diesem Bereich sicher. 8. Ja.